Heißt es Citaro C2? Und gibt es einen Citaro C1?
Als 2011 die Auslieferung des ersten Kundenfahrzeugs der 2. Generation des Mercedes-Benz Citaro durchgeführt wurde, hat man dieses Fahrzeug zu diesem Anlass auf der Windschutzscheibe mit dem Schriftzug „1. C2 Serienfahrzeug […]“ versehen. Dies war die erste öffentliche herstellerseitige Erwähnung der bis heute bekannten Kurzbezeichnung C2.
Die Bezeichnung C2 ist eine weitgehend selbsterklärende Kontraktion für Citaro der 2. Generation. Wie bekannt sein sollte, findet sie jedoch keine Verwendung in den offiziellen Typen- und Modellbezeichnungen. Auch dieses Modell wurde zum Produktionsstart stets als O 530 bzw. Citaro bezeichnet.
Die interne Kurzbezeichnung C2 erwies sich von Beginn an als praktikabel, um in Produktion und Vertrieb des Herstellers eine klare Unterscheidung zwischen den beiden Fahrzeuggenerationen zu ermöglichen. Nach außen hin wurde diese technisch anmutende Bezeichnung jedoch weitgehend vermieden. Aus marketingstrategischen Gründen griff man stattdessen auf ansprechendere Umschreibungen zurück: Während der Phase der Parallelproduktion wurde die erste Generation des Citaro als „der bewährte Citaro“ bezeichnet, während die zweite Generation als „der neue Citaro“ vermarktet wurde.
Trotz ihrer primär internen Funktion fand die Bezeichnung C2 schnell auch außerhalb des Herstellerkreises Verbreitung und wird bis heute genutzt. Dabei kommt es auch häufig zur Verwendung des Ausdrucks Citaro C2, der genau genommen ein pleonastisches Akronym (Doppelung, „Citaro Citaro 2“) darstellt.
Weniger bekannt und daher seltener genutzt ist die Kurzbezeichnung C1 für die erste Generation des Citaro, die jedoch intern vom Hersteller genauso wie C2 verwendet wird.
Gelegentlich findet diese Bezeichnung sogar Nutzen in der Öffentlichkeit.
Die Bezeichnung C1 kam jedoch erst mit der Verwendung des C2 auf – zuvor bestand keine Notwendigkeit für eine explizite Differenzierung, da es nur eine Modellgeneration gab.
Fazit:
Die Kurzbezeichnungen C1 und C2 gelten als herstellergestützte Umgangsbezeichnungen.
Um zusätzlich zu den bestehenden Typen-, Modell- und Handelsbezeichnungen eine Einordnung der Fahrzeuggeneration erleichtern zu können, empfiehlt es sich, in der Kommunikation die Schreibweisen Citaro C1 und Citaro C2 zu verwenden.
Ist der C2 nun ein O 530 oder ein O 628?
Als Nachfolger des Mercedes-Benz O 405 N wurde 1997 der Citaro mit der Modellbezeichnung O 530 eingeführt. Auch die im Mai 2011 erstmals präsentierte Nachfolgegeneration, der Citaro C2, trug zunächst O 530 auf dem Typenschild.
Mit dem Modelljahr 2014 verschwand die Bezeichnung O 530 von den Typenschildern des Citaro und wurde durch die Handelsbezeichnung (Citaro, Citaro G, etc.) oder durch die Funktionstypenbezeichnung (628 02, 628 03, etc.) ersetzt.
Wo kommt das O 628 her?
Die Bezeichnung O 628, die gelegentlich in Online-Diskussionen auftaucht, ist schlichtweg falsch. Sie wird vielmehr irrtümlich abgeleitet, insbesondere durch eine Fehlinterpretation der Funktionstypen wie 628 02. Tatsächlich hat es die Bezeichnung O 628 bei Mercedes-Benz niemals gegeben und taucht somit auch in keinen Dokumenten auf.
Fazit
Einen O 628 gab es nie. Die Bezeichnung O 530 gilt für alle gebauten Citaro bis Modelljahr 2013. Anschließend wurde diese Bezeichnung schlicht durch Citaro oder ggf. den Funktionstypen, wie z. B. 628 02, ersetzt.
Warum steht beim Citaro 628 02 auf dem Typenschild?
Bei Daimler Buses sind Bezeichnungen wie 628 02 sogenannte Funktionstypen. Sie fassen technisch ähnliche Fahrzeugvarianten innerhalb einer Gesamtgenehmigung zusammen, die nach den Vorgaben der EG-Typgenehmigung homologiert wurden. Seit Ende 2009 erfolgt die Homologation des Citaro nach diesem Verfahren, weshalb seither auch die Funktionstypenbezeichnung im Feld „Fahrzeugtyp“ der Fahrzeugpapiere eingetragen wird.
Bis einschließlich Modelljahr 2013 wich die Fahrzeugtyp-Bezeichnung in den Papieren jedoch von der Angabe auf dem Typenschild ab. Erst mit dem Modelljahr 2014 wurde dieser Unterschied bereinigt, sodass auf dem Typenschild möglichst die gleiche Bezeichnung wie in den Fahrzeugpapieren zu finden ist.
Es kann vorkommen, dass auf dem Typenschild kein Funktionstyp eingetragen ist. Dies war beispielsweise bei Citaro-Fahrzeugen aus dem Werk Neu-Ulm der Fall, da dort bis zur Einstellung der Fertigung stets nur die Handelsbezeichnung auf dem Typenschild angegeben wurde.
Eine weitere Ausnahme betrifft alle Citaro-Modelle, die für Märkte bestimmt sind, in denen die EG-Typgenehmigung nicht anerkannt wird – etwa Saudi-Arabien, Singapur und weitere Länder. Ebenso sind Fahrzeuge betroffen, die aufgrund besonderer Spezifikationen nicht unter eine bestehende Gesamtgenehmigung fallen und stattdessen nur über eine Einzelgenehmigung zugelassen werden können.
Für den Citaro und alle anderen aktuellen Omnibusse der Daimler Buses wurden je nach Grundfahrzeug verschiedene Funktionstypen verwendet.
Fazit
Sofern das entsprechende Fahrzeug nach einer EG-Typgenehmigung homologiert wurde, steht die entsprechende Funktionstypenbezeichnung dieser Genehmigung auf dem Typenschild. Diese steht sogar schon seit ca. 2009 auch in den Fahrzeugpapieren.
Wichtig: Anhand des Funktionstyps lässt sich nicht ableiten, ob es sich beim Fahrzeug um eine Citaro C1 oder Citaro C2 handelt.
Hinweis: Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität.
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